Autokauf und -zulassung: Die wichtigsten Schritte

Inhalt des Artikels

    Sie haben sich also entschieden. Der Traum von Fahrten auf unbegrenzten Autobahnen und Reisen durch Europa in Ihrem eigenen Auto wird bald Wirklichkeit. Aber bevor Sie aufs Gas treten, steht Ihnen ein spannender Quest namens “Auto in Deutschland kaufen und zulassen” bevor. Keine Panik! Betrachten Sie diesen Artikel als Ihren treuen Navigator.

    Etappe I: Die Jagd nach dem eisernen Ross

    Wo findet man sie?
    • Ihre wichtigsten Jagdgründe sind die Websites Mobile.de und Autoscout24.de. Dort gibt es alles: von “müden” Opels für tausend Euro bis hin zu glänzenden Porsches.

    • Der Kauf bei einem Händler ist wie ein Abendessen in einem guten Restaurant: teurer, aber mit Garantie. Gesetzlich darf ein Händler Ihnen keinen offensichtlichen Schrott verkaufen und haftet ein Jahr lang für ernsthafte Mängel.

    • Der Kauf von Privat ist wie Hausmannskost: Es kann lecker und günstig sein, oder man kann sich vergiften. Die Preise sind niedriger, aber die Risiken liegen vollständig bei Ihnen. Nach der Unterzeichnung des Vertrags werden keine Reklamationen mehr akzeptiert.

    Goldene Regel: “TÜV neu!”

    In Deutschland gibt es ein heiliges Wort – TÜV. Das ist die technische Überprüfung. Wenn Sie in der Anzeige die Notiz “TÜV neu” sehen, bedeutet das, dass das Auto an der nächsten Kreuzung nicht auseinanderfällt. Es wurde von Profis geprüft und für zwei Jahre sorgenfreies Fahren freigegeben. Ein Auto, dessen TÜV bald abläuft, ist eine Katze im Sack, die Sie ein Vermögen kosten kann.

    Etappe II: Detektiv spielen

    Das Traumauto gefunden? Nehmen Sie die rosarote Brille ab und beginnen Sie mit der Überprüfung. Emotionen sind Ihr schlimmster Feind.

    Papiere sind wichtiger als der Motor!

    Deutsche verzeihen vielleicht einen Kratzer am Stoßfänger, aber kein Durcheinander in den Dokumenten.

    • “Großer Schein” (Zulassungsbescheinigung Teil II): Das ist die Geburtsurkunde und der Pass des Autos in einem. Prüfen Sie, ob der Verkäufer und der Eigentümer in diesem Dokument dieselbe Person sind. Wenn Ihnen erzählt wird, dass “das Auto eines Freundes ist, er ist weggefahren”, verabschieden Sie sich höflich. Der Kauf eines Autos ohne dieses Dokument ist der Kauf eines schönen Stücks Metall.

    • “Kleiner Schein” (Zulassungsbescheinigung Teil I): Der Fahrzeugschein. Gleichen Sie die Fahrgestellnummer (VIN) darin mit der Nummer unter der Windschutzscheibe ab. Sie sollten wie Zwillinge übereinstimmen.

    Die Probefahrt ist heilig

    Scheuen Sie sich nicht. Fahren Sie durch die Stadt, fahren Sie auf die Autobahn. Schalten Sie das Radio aus und hören Sie zu. Klappert es? Quietscht es? Ruckelt es? Das sind alles Gründe für eine Verhandlung oder dafür, eine andere Option zu suchen. Wenn Sie sich mit Autos nicht auskennen, rufen Sie einen Freund an oder zahlen Sie 100-150 Euro für eine professionelle Inspektion. Das ist die beste Geldanlage in dieser Phase.

    Etappe III: “Hände geschüttelt”

    • Kaufvertrag: Nur schriftlich! Kein “Bruder, abgemacht!”. Laden Sie eine Vorlage von der Website des ADAC herunter – das ist der deutsche Qualitätsstandard. Stellen Sie sicher, dass dort das begehrte Häkchen “Unfallfrei” gesetzt ist und der genaue Kilometerstand angegeben ist.

    • Geld im Austausch gegen Dokumente: Sie überweisen das Geld (am besten per Sofortüberweisung), und Sie erhalten die Schlüssel und ALLE Dokumente (beide Zulassungsbescheinigungen, TÜV-Bericht). Nicht “morgen”, nicht “in einer Stunde”, sondern hier und jetzt.

    Etappe IV: Der Endgegner – Zulassungsstelle

    Herzlichen Glückwunsch, Sie besitzen ein Auto! Allerdings können Sie damit noch nicht fahren. Der letzte Sprint steht bevor.

    • Schritt 0: eVB-Nummer. Bevor Sie zu den Beamten gehen, benötigen Sie eine Versicherung. Gehen Sie auf Check24, geben Sie die Fahrzeugdaten ein und nach 10 Minuten haben Sie den magischen 7-stelligen Code – die eVB-Nummer – in Ihrer E-Mail. Das ist Ihr Ticket in die Welt der legalen Fahrer.

    • Schritt 1: Terminvereinbarung. Suchen Sie die Website Ihrer lokalen KFZ-Zulassungsstelle und vereinbaren Sie online einen Termin. Ohne Termin werden Sie wahrscheinlich nicht einmal über die Schwelle gelassen. Die Wartezeit kann Wochen betragen, also zögern Sie nicht.

    • Schritt 2: Der große Gang. Sammeln Sie eine Schatzmappe: Reisepass mit Aufenthaltstitel, Meldebescheinigung, beide Zulassungsbescheinigungen, eVB-Nummer, TÜV-Bericht und die IBAN Ihres Bankkontos.

      • Im Amt ist alles einfach: Sie reichen die Dokumente ein, erhalten einen Zettel mit Ihrem zukünftigen Kennzeichen.

      • Laufen Sie zum nahegelegenen Kiosk “Schildermacher”, wo Ihnen in 10 Minuten die Kennzeichen gedruckt werden (30-40 Euro).

      • Dort kaufen Sie auch die grüne Aufkleber Umweltplakette (6 Euro). Ohne sie dürfen Sie nicht in die Innenstadt.

      • Kehren Sie zum Beamten zurück. Er klebt feierlich die Siegel auf Ihre Kennzeichen.

      • Bezahlen Sie die Gebühr (30-50 Euro) und erhalten Sie die aktualisierten Dokumente.

    Voilà! Der Quest ist abgeschlossen! Sie sind der stolze Besitzer eines zugelassenen Autos. Sie können die Kennzeichen anschrauben und sich auf ins Abenteuer machen.

    Der Prozess scheint kompliziert, aber tatsächlich erfordert er nur Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Mit etwas Geduld liegen Ihnen die deutschen Straßen zu Füßen. Viel Erfolg!