Ehrenamt und ukrainische Gemeinschaften: Wie Sie Ihre Leute finden

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    Der Umzug in ein anderes Land ist wie die Landung auf einem anderen Planeten. Alles ist unbekannt, die Sprache unverständlich, und das Gefühl, allein auf der Welt zu sein, kann einen überwältigen. Aber es gibt gute Nachrichten: Sie sind nicht allein. In Deutschland gibt es heute ein ganzes Universum von Ukrainern, die sich gegenseitig unterstützen. Und dieser Artikel ist Ihr Navigator durch dieses Universum.

    Wo sind Sie, meine Leute? Auf der Suche nach ukrainischen Oasen

    Das Erste, was Sie in Deutschland tun müssen, ist, Ihre Leute online zu finden. Das ist Ihr Rettungsanker.

    • Telegram ist unser Alles! Ernsthaft, das ist das Hauptwerkzeug. Geben Sie einfach den Namen Ihrer Stadt (“Berlin”, “München”, “Köln”) auf Ukrainisch oder Russisch in die Telegram-Suche ein. Sie werden Dutzende von Chats finden: allgemeine Stadtchats, Mütter-Chats, Jobsuche-Chats, “Zu verschenken”-Chats. Das ist ein lebendiger Bienenstock, in dem Sie in fünf Minuten eine Antwort auf jede Frage finden können: von “Wo kann ich eine SIM-Karte kaufen” bis “Empfehlen Sie einen guten Zahnarzt”.

    • Facebook – für Nachdenkliche. Gruppen auf Facebook sind wie eine Bibliothek mit nützlichen Ratschlägen. Es gibt weniger kurzfristigen “Fluff” und mehr lange, durchdachte Beiträge mit Anleitungen und persönlichen Erfahrungen. Suchen Sie nach “Ukrainer in [Name der Stadt/des Bundeslandes]”.

    • Offline – für die Seele. Wenn Sie die Muttersprache nicht nur am Telefon hören möchten, suchen Sie nach Veranstaltungsankündigungen. Konzerte, Messen, gemeinsame Fußballübertragungen, Kundgebungen – all das ist eine starke Energiequelle und eine Gelegenheit, echte Freunde zu finden. Wo findet man Ankündigungen? In denselben Telegram-Kanälen.

    Ehrenamt: Der beste Antidepressivum und Integrationskurs in einem

    Herumsitzen und darauf warten, dass es besser wird, ist eine schlechte Strategie. Viel effektiver ist es, aktiv zu werden. Ehrenamtliche Arbeit in Deutschland, oder Ehrenamt, ist nicht nur eine kostenlose Arbeit. Es ist eine unglaublich angesehene Tätigkeit und der kürzeste Weg, sich wieder stark und gebraucht zu fühlen.

    Es funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk: Sie helfen, und das hilft Ihnen.

    • Sie helfen: Sie übersetzen für eine neu angekommene Großmutter beim Arzt, sortieren humanitäre Hilfe für den Versand in die Ukraine, spielen mit Kindern in einem Flüchtlingszentrum.

    • Und in diesem Moment:

      • Ihr Deutsch schießt in die Höhe. Kein Sprachkurs kann mit der Live-Kommunikation mithalten, wenn Sie einem Beamten im Jobcenter erklären müssen, was von einer Person verlangt wird.

      • Sie knüpfen Kontakte. Freiwilligenzentren sind ein Sammelpunkt für die aktivsten Menschen. Heute laden Sie gemeinsam Kisten, und morgen wird Ihnen jemand von ihnen sagen, wo eine gute Stelle frei geworden ist.

      • Das Gefühl der Hilflosigkeit verschwindet. Wenn Sie etwas Konkretes tun, auch wenn es klein ist – eine Tarnnetz flechten oder beim Ausfüllen eines Formulars (Antrag) helfen – gewinnen Sie die Kontrolle über die Situation zurück.

    Wenn Sie……dann können Sie
    Gut Deutsch/Englisch sprechenMenschen zu Behörden begleiten, Dokumente übersetzen.
    Gut in der Organisation sindBei der Logistik helfen, Sammlungen koordinieren.
    Einfach ein paar Stunden Zeit habenDinge sortieren, Netze flechten, Essen für Veranstaltungen zubereiten.
    Kinder liebenIn ukrainischen Schulen helfen, Kindergruppen organisieren.

    Wohin gehen, wohin wenden?

    • Ukrainische Zentren: Der einfachste Weg ist, in den Hauptchat Ihrer Stadt zu schreiben: “Ich möchte helfen. Was wird gebraucht?”. Sie werden sofort zu Freiwilligen-Chats hinzugefügt, wo konkrete Aufgaben veröffentlicht werden.

    • Deutsche Organisationen: Wenn Sie tiefer in die deutsche Umgebung eintauchen möchten, gehen Sie zum DRK (Deutsches Rotes Kreuz), Caritas, Diakonie. Sie freuen sich immer über Hilfe, besonders von denen, die Ukrainisch sprechen. Eine weitere ausgezeichnete Option ist Tafel (Lebensmittelausgabe).

    Drei “Nein”, die man sich merken sollte

    1. Nehmen Sie nicht alles auf sich. Helfen ist ein Marathon. Wenn Sie in einem Monat ausbrennen, wird es niemandem besser gehen. Ihre Hauptaufgabe ist Ihre eigene Anpassung.

    2. Haben Sie keine Angst, “Nein” zu sagen. Sie haben das Recht auf Ruhe und ein Privatleben.

    3. Schämen Sie sich nicht, selbst um Hilfe zu bitten. Das Netzwerk der gegenseitigen Hilfe funktioniert in beide Richtungen. Heute helfen Sie, morgen helfen sie Ihnen.

    Letztendlich bedeutet “seine Leute finden” in einem neuen Land nicht nur, Gesellschaft zu finden. Es bedeutet, Halt, Unterstützung und einen neuen Sinn zu finden. Und heute haben die Ukrainer in Deutschland bewiesen, dass wir gemeinsam eine unglaubliche Kraft sind. Werden Sie ein Teil davon.